Historie

Kinos sollten zu einem Film passen wie ein Rahmen zu einem Bild. Wir versuchen mit dem historischen Rahmen und modernster Technik diesen gelungen Erlebnisraum für die Träume und Geschichten der bunten Filmwelt zuschaffen. Woher wir kommen und wie sich die Kinos im Laufe der Zeit gewandelt haben sehen Sie hier.

Das Kino als Zeitzeuge der Filmgeschichte

Edle Messinglüster und die roten Plüschsessel mit extra viel Platz für die Beine versprechen gemütliche Kinostunden. Wenn man heute das Filmtheater Sendlinger Tor besucht erlebt man eine Symbiose aus modernster Technik und liebevoll erhaltenen Details, die von der ruhmreichen Geschichte des Theaters erzählen. 

1896 - 1928
Der Visionär Carl Gabriel eröffnet die Sendlingertor-Lichtspiele

s1914 0006Der Einzug der "lebenden Photographie" in München erfolgte schon im Jahre 1897. Es war Carl Gabriel, der in seinem Panoptikum an der Neuhauser Straße die ersten Filme zeigte. Gefolgt von Pionieren wie Lindner und einigen anderen wurden die Kinematographen zur Attraktion auf Volksfesten und bahnten sich den Weg vom Jahrmarkt hinein in die Stadt. So hatte München 1907 schon sechs Kinos und bis 1913 stieg die Zahl der Lichtspielhäuser bis auf 40 an. 1913 war es wieder Carl Gabriel der den ersten repräsentativen Theaterbau als ersten Stahlbetonbau Münchens am Sendlinger Tor Platz erbaute und somit wieder einen neuen Abschnitt in die Geschichtsbücher der Stadt und auch der Filmgeschichte Deutschlands schrieb. 


Am 17. Oktober 1913 wurden die Sendlingertor-Lichtspiele mit der Aufführung des historischen Dramas "Die Herrin des Nils" eröffnet. Dazu schrieb Stadtchronist E. v. Destouche: 
 
sendlinger anzeigen p1914 reklame 002"Seit heute ist München um ein Lichtspieltheater ersten Ranges, in vornehmer, gediegener Ausstattung, reicher, die Sendlingertor-Lichtspiele welche abends und unter Anteilnahme einer glänzenden Gesellschaft hauptsächlich aus literarisch-künstlerischen Kreisen unserer Stadt ihre Eröffnung fanden. Das neue 700 Personen fassende Theater ist mit amphitheatralisch ansteigendem Parkett, mit Rang und Galerie, mit eigenen Zugängen, Treppenhaus, splediter effektvoller Beleuchtung und Warmwasserheizung, kurz allen Neuerungen und Komfort ausgestattet."

 
 

Zur Eröffnungsvorstellung waren nur geladene Gäste zugelassen, die schon Tage vorher durch einen livrierten Boten des Theaters die goldbedruckten Ehrenkarte zugestellt bekamen. Carl Gabriel warb für das „historische Drama in 5 Akten" mit der Schlagzeile: „Das größte Meisterwerk der Kinokunst"


Es freut uns wirklich sehr, dass wir mit Ihnen zusammen das 100jährige Jubiläum feiern können. Der allergrößte Dank geht natürlich an die über 25 Millionen Kinogäste, die wir in den letzten 100 Jahren begrüßen durften und ohne deren Treue und Unterstützung wir dieses Jubiläum gar nicht feiern könnten. Als kleinen Dank dafür haben wir eine Chronik und eine Filmdokumentation in Auftrag gegeben, der die verschiedenen Stationen unseres Kinos noch einmal bebildert. Den Jubiläumsfilm werden wir im täglichen Vorprogramm und hier präsentieren.


ChFilmtheater Sendlinger Tor - 100 Jahre Filmgeschichte. Eine Chronik - Einbandronik

Das „Filmtheater Sendlinger Tor" hat viel erlebt seit es 1913 vom legendären Kinopionier Carl Gabriel gegründet wurde.

Von den Anfängen der Kinematographie bis zum digitalen Kino des 21. Jahrhunderts war der prachtvolle Filmpalast Zeuge aller Entwicklungen der Filmgeschichte und ist im Lauf seiner 100 Jahre zu einer Münchner Institution geworden.Seit 1946 führt die Familie Preßmar das „Schmuckstück" als qualitätsbewusstes Einzelhaus und erhält den Kinogängern ein lebendiges Denkmal der Film- und Kinogeschichte. Mit vielen Photos und Dokumenten lässt diese Chronik die reiche Geschichte des Kinos Revue passieren.

Wir hoffen, dass Ihnen die ausgewählten Bilder und Anekdoten aus unseren Archiven und der Text von Gabriele Jofer gefallen werden und Sie mit uns gemeinsam die einzigartige Geschichte des Filmtheater Sendlinger Tors noch einmal Revue passieren lassen.


 

Filmdokumentation

Die Münchner Filmproduktion Loopfilm hat zusammen mit die Filmdokumentation umgesetzt. Das Filmtheater Sendlinger Tor ist ein Ort mit einer besonderen Geschichte. Seit 100 Jahren werden hier Träume wahr. Seit seiner Gründung vor 100 Jahren hat das Filmtheater Sendlinger Tor viel erlebt: Krieg und Frieden, Not und Wohlstand, gekrönte Häupter und Prominenz aus Kunst, Kultur und Politik. Dabei hat sich das Haus stets seinen ganz besonderen Flair erhalten. So ist es mittlerweile das einzige Großkino Münchens, dass seinen einzigartigen Saal nahezu unverändert erhalten hat. Zu verdanken ist dies vor allem der Familie Preßmar. Seit knapp 70 Jahren führt sie das Haus als Familienbetrieb, mittlerweile in der dritten Generation. Als einzigartiges Einzelhaus mit preisgekröntem Programm ist es zum Bewahrer einer großen Kinotradition und zu einem lebendigen Teil Münchener Stadtkultur geworden. Prominente, Wegbegleiter, und die Besitzer des Filmtheater Sendlinger Tore nehmen sie in dieser Kurzdokumentation mit auf eine Zeitreise durch 100 Jahre faszinierender Kinogeschichte.
 

Seit 1954 ein Zuhause für anspruchsvolles Publikum

Damals eine Sensation – Der eigentliche Kinosaal, welche über eine breite Treppe vom Erdgeschoß ins Souterrain erreicht wird, befindet sich zur Hälfte unter dem Niveau der Neuhauser Straße und besticht durch seine geschmackvolle Einrichtung.

Das neue Theater, das in seiner ganzen Ausstattung eine wohltuend – zurückhaltend vornehme Atmosphäre besitzt, hat 300 hochgepolsterte Sitzplätze. Auch technisch ist das Kino außergewöhnlich, die Klimaanlage, die der künstlerisch ausgezeichnet ausgestattete Zuschauerraum erhielt, strömt durch die Decke durch unzählige Poren frische vorgewärmte Luft ein. Die verbrauchte Luft wird über Kanäle in Fußboden abgesaugt.

Am 11. November 1954 eröffneten die Brüder Fritz und Gustav Preßmar nach einer Bauzeit von knapp vier Monaten, mitten in München in der Neuhauser Straße 3, „Münchens modernstes Filmtheater“. Das „netteste und geschmackvollste Filmtheater" (Zitat aus der Abendzeitung) eröffnete mit dem Walt Disney Farbfilm „Die Wüste lebt“.